Datenspeicher

BPMN

Auch: Data Store

BPMN-Element zur Darstellung von persistenten Daten, die dauerhaft von mehreren Prozessschritten genutzt werden. Im Gegensatz zu Datenobjekten, die zwischen Tasks fließen, repräsentiert ein Datenspeicher eine Datenbank, ein Archiv oder ein Dateisystem, auf das mehrere Prozessschritte lesend oder schreibend zugreifen.

Der Datenspeicher wird grafisch als Zylinder (Datenbank-Symbol) dargestellt. Typische Einsatzbereiche sind Kundendatenbanken, Produktkataloge, Vertragsarchive oder zentrale Dokumentenablagen.

Ein Datenspeicher kann von Aktivitäten aus verschiedenen Lanes oder sogar Pools genutzt werden und macht damit systemübergreifende Datenabhängigkeiten sichtbar.

Was macht den Datenspeicher aus?

Ein Datenspeicher ist ein Ort, an dem Datenobjekte über die Dauer eines Prozessdurchlaufs hinaus aufbewahrt werden, etwa eine Datenbank für elektronische oder ein Aktenschrank für physische Objekte; Aktivitäten können daraus lesen und hineinschreiben (Dumas et al. 2018, S. 95). Genau darin liegt der Unterschied zum Datenobjekt: Dessen Lebensdauer endet mit dem Durchlauf, es ist flüchtig (Weske 2024, S. 235).

Weske betont, dass der Datenspeicher damit nicht nur der Dokumentation dient, sondern eine Bedeutung für die Umsetzung trägt: Eine Assoziation zwischen Datenobjekt und Datenspeicher sagt, dass das Objekt dort dauerhaft abgelegt wird.

Wann gehört ein Datenspeicher ins Fachmodell?

Immer dann, wenn ein Prozess auf Daten zugreift, die vor seinem Start existieren, oder Daten hinterlässt, die andere Prozesse brauchen. Typische Fälle sind Kundenstammdaten aus dem CRM, Lagerbestände aus der Warenwirtschaft oder das Vertragsarchiv. Der Datenspeicher zeigt, welche Systeme ein Prozess berührt, und damit auch, welche Zugriffsrechte und Schnittstellen er braucht, bevor er in der Praxis laufen kann.

Gadatsch fasst die Unterscheidung knapp: Datenspeicher werden dauerhaft von mehreren Prozessschritten genutzt, Datenobjekte werden von Prozessschritten erzeugt oder verarbeitet (Gadatsch 2025, S. 164).

Welche Fehler passieren beim Datenspeicher?

Der häufigste Fehler ist die Verwechslung mit dem Datenobjekt: Eine einzelne Rechnung ist ein Datenobjekt, das Rechnungsarchiv ein Datenspeicher. Der zweite Fehler ist der Datenspeicher als Ersatz für eine Lane „IT-System“; die Lane zeigt, wer eine Aufgabe ausführt, der Speicher, wo Daten liegen. Der dritte ist Überfrachtung: Wird jeder Lesezugriff modelliert, verliert das Diagramm seinen Fokus auf den Ablauf. Sinnvoll sind Datenspeicher an den Stellen, an denen ein Schritt Daten aus einem anderen System braucht oder für andere hinterlässt.

Häufige Fragen zu Datenspeicher

Was unterscheidet Datenspeicher und Datenobjekt?
Ein Datenobjekt lebt nur so lange wie der Prozessdurchlauf. Ein Datenspeicher hält Daten darüber hinaus fest, etwa in einer Datenbank oder einem Aktenschrank, und ist für viele Durchläufe verfügbar.
Muss ein Datenspeicher ein IT-System sein?
Nein. Der Datenspeicher kann auch ein Archiv, ein Lager oder ein Aktenschrank sein. Entscheidend ist, dass die Daten den Prozessdurchlauf überdauern.

Quellen

  • Gadatsch, A. (2025): Grundkurs Geschäftsprozess-Management, 11. Aufl., Springer Vieweg, S. 164
  • OMG (2011): Business Process Model and Notation (BPMN) Specification, Version 2.0, S. 203 ff.
  • Weske, M. (2024): Business Process Management. Concepts, Languages, Architectures, 4. Aufl., Springer, S. 235
  • Dumas, M. / La Rosa, M. / Mendling, J. / Reijers, H. A. (2018): Fundamentals of Business Process Management, 2. Aufl., Springer, S. 95

Autor: Jordanis Kleinöder Stafidis, Gründer und Geschäftsführer der Procevia GmbH · Aktualisiert am

Siehe auch: Datenobjekt , BPMN

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