Lane
BPMNAuch: Swimlane , Bahn
Unterteilung innerhalb eines Pools, die Details eines Prozesses beschreibt, differenziert nach Organisationseinheiten, Rollen oder IT-Systemen. Lanes werden in der Praxis am häufigsten zur Gliederung nach Organisationseinheiten eingesetzt.
Lanes unterteilen einen Pool horizontal (bei horizontal ausgerichtetem Pool) oder vertikal (bei vertikalem Pool) und erlauben es, Verantwortlichkeiten klar zuzuordnen: Welche Aktivität wird von welcher Rolle, Abteilung oder welchem System ausgeführt?
Die Gliederung nach Organisationseinheiten ist in der Praxis die am häufigsten genutzte Methode. Es ist jedoch auch möglich, Lanes für Informationssysteme zu verwenden, zum Beispiel um den Zusammenhang zwischen manueller und automatisierter Prozessausführung deutlich zu machen.
Was macht die Lane zur Rolle?
Eine Lane ist eine Unterteilung eines Prozesses, meist innerhalb eines Pools, die sich über dessen gesamte Länge erstreckt, senkrecht oder waagerecht (OMG 2014, S. 119). Die Position einer Aufgabe in einer Lane sagt, wer sie ausführt. Der Standard legt nicht fest, was eine Lane darstellt; üblich sind Abteilungen, Rollen, Teams oder Systeme (Dumas et al. 2018, S. 97).
Damit übernimmt die Lane in BPMN eine Aufgabe, für die die EPK eigene Organisationssymbole an jeder Funktion braucht. Die Zuordnung ist auf einen Blick sichtbar, und ein Wechsel der Lane entlang des Sequenzflusses zeigt eine Übergabe zwischen Rollen an.
Wie schneidet man Lanes richtig?
Lanes sollten Rollen abbilden, nicht Personen, damit das Modell bei Personalwechsel gültig bleibt. Eine Lane „Sachbearbeitung Einkauf“ überlebt jeden Stellenwechsel, eine Lane „Frau Müller“ nicht. Gadatsch nennt die Gliederung nach Organisationseinheiten als häufigste Praxis, weist aber darauf hin, dass Lanes ebenso für Informationssysteme genutzt werden können, um manuelle und automatisierte Schritte zu trennen (Gadatsch 2025, S. 159 f.).
Ein Blick auf die Übergaben lohnt sich: Jeder Lane-Wechsel ist eine Schnittstelle mit Wartezeit und Informationsverlust. Prozesse, deren Sequenzfluss ständig zwischen Lanes springt, sind Kandidaten für eine Neuordnung der Verantwortlichkeiten.
Lanes verschachteln oder lieber Subprozesse?
BPMN erlaubt Lanes in Lanes, etwa Abteilung und darin Teams. Weske warnt, dass ausgedehnte Verschachtelung die Lesbarkeit stark beeinträchtigt (Weske 2024, S. 212). Für Fachmodelle ist eine Ebene fast immer ausreichend. Wird die Zuständigkeit innerhalb einer Lane feiner, ist ein Subprozess mit eigenen Lanes die bessere Lösung: Das Hauptdiagramm bleibt flach, und die Details liegen eine Ebene tiefer.
Häufige Fragen zu Lane
- Wie viele Lanes sollte ein Diagramm haben?
- So viele, wie Rollen tatsächlich am Ablauf beteiligt sind, in der Praxis meist zwei bis fünf. Mehr als sechs Lanes machen ein Diagramm hoch und die Sequenzflüsse lang; dann lohnt sich ein Subprozess je Rolle.
- Kann eine Aufgabe in zwei Lanes liegen?
- Nein. Jede Aufgabe gehört genau einer Lane. Arbeiten zwei Rollen gemeinsam, wird die verantwortliche Rolle gewählt und die Mitwirkung in der Beschreibung oder als Anmerkung vermerkt.
Quellen
- Gadatsch, A. (2025): Grundkurs Geschäftsprozess-Management, 11. Aufl., Springer Vieweg, S. 159
- Allweyer, T. (2015): BPMN 2.0, 3. Aufl., Norderstedt, S. 22
- OMG (2014): Business Process Model and Notation (BPMN), Version 2.0.2, Object Management Group, S. 119
- Dumas, M. / La Rosa, M. / Mendling, J. / Reijers, H. A. (2018): Fundamentals of Business Process Management, 2. Aufl., Springer, S. 97
Autor: Jordanis Kleinöder Stafidis, Gründer und Geschäftsführer der Procevia GmbH · Aktualisiert am