Aktivität

BPMN

Auch: Task , Prozessschritt

BPMN-Element zur Darstellung von Arbeitsschritten in einem Prozess, grafisch als abgerundetes Rechteck. Die BPMN kennt die Grundform einer Aktivität sowie zahlreiche Spezialisierungen wie Transaktion, manuelle Aktivität und Aufruf-Aktivität.

Aktivitäten werden durch Sequenzflüsse (Pfeile) verbunden, die die Reihenfolge der Schritte im Prozess festlegen. Die BPMN erlaubt es zudem, den „Standardablauf” (den im Normalfall eintretenden Pfad) im Modell besonders zu markieren.

Für den professionellen Einsatz der BPMN sind wegen der Vielzahl der Symbole und der komplexen Notation im Regelfall Softwarewerkzeuge notwendig.

Was macht eine Aufgabe zur Aufgabe?

Eine Aufgabe ist die kleinste Arbeitseinheit im Prozess: eine Aktivität, die im Modell nicht weiter zerlegt wird und die ein Mensch oder ein System ausführt (OMG 2014, S. 154). Das abgerundete Rechteck steht damit für Arbeit, im Gegensatz zum Kreis, der für ein Ereignis steht, und zur Raute, die eine Verzweigung markiert.

BPMN kennt Aufgabentypen, die durch ein kleines Symbol in der Ecke angezeigt werden: Benutzeraufgabe (Person), Serviceaufgabe (Zahnrad), Sende- und Empfangsaufgabe (Briefumschlag), Skript- und Geschäftsregelaufgabe. Für Fachmodelle genügt meist die Benutzeraufgabe; die Typen werden wichtig, sobald ein Modell ausführbar werden soll (Weske 2024, S. 223).

Wie beschriftet man Aktivitäten richtig?

Die empirisch beste Beschriftung folgt dem Muster Verb plus Objekt: „Rechnung prüfen“, „Angebot erstellen“, „Kunden informieren“. Mendling, Reijers und van der Aalst haben gezeigt, dass Leser diesen Stil als am verständlichsten bewerten, während Beschriftungen wie „Rechnungsprüfung“ oder „Vorgang Angebot“ mehrdeutig bleiben (Mendling et al. 2010).

Zwei weitere Regeln folgen daraus. Eine Aktivität beschreibt genau eine Tätigkeit; „Rechnung prüfen und freigeben“ sind zwei Aufgaben oder ein Subprozess. Und das Objekt bleibt konkret: „Daten erfassen“ sagt weniger als „Kundenstammdaten erfassen“.

Warum sollte jede Aufgabe genau einen Ein- und Ausgang haben?

Aktivitäten mit mehreren ausgehenden Sequenzflüssen verhalten sich wie ein paralleles Gateway, Aktivitäten mit mehreren eingehenden wie eine Zusammenführung. Weil dieses Verhalten nicht sichtbar ist, entstehen daraus leicht Modellierungsfehler bis hin zu Endlosschleifen. Weske empfiehlt deshalb, jeder Aktivität genau eine eingehende und eine ausgehende Kante zu geben und Verzweigungen ausschließlich über Gateways darzustellen (Weske 2024, S. 232). Für Fachmodelle heißt das schlicht: Wo sich der Ablauf teilt, gehört eine Raute hin, kein zweiter Pfeil aus dem Rechteck.

Häufige Fragen zu Aktivität

Was ist der Unterschied zwischen Aufgabe und Aktivität?
Aktivität ist der Oberbegriff für Arbeit im Prozess. Eine Aufgabe (Task) ist eine Aktivität, die nicht weiter zerlegt wird; ein Subprozess ist eine Aktivität, die selbst wieder Schritte enthält.
Wie klein darf eine Aufgabe sein?
So klein, dass sie noch eine sinnvolle Arbeitseinheit einer Rolle ist. Schritte wie „Bildschirm einschalten“ gehören nicht ins Fachmodell, „Antrag auf Vollständigkeit prüfen“ schon.

Quellen

  • Gadatsch, A. (2025): Grundkurs Geschäftsprozess-Management, 11. Aufl., Springer Vieweg, S. 157-158
  • OMG (2014): Business Process Model and Notation (BPMN), Version 2.0.2, Object Management Group, S. 154
  • Weske, M. (2024): Business Process Management. Concepts, Languages, Architectures, 4. Aufl., Springer, S. 223, 232
  • Mendling, J. / Reijers, H. A. / van der Aalst, W. M. P. (2010): Seven Process Modeling Guidelines (7PMG), Information and Software Technology 52(2)

Autor: Jordanis Kleinöder Stafidis, Gründer und Geschäftsführer der Procevia GmbH · Aktualisiert am

Siehe auch: BPMN , Sequenzfluss , Subprozess

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