Korrekturschleife (Schleife)

BPMN

Auch: Schleife , Loop , Wiederholung , Schleifenaktivität , bpmn loop , bpmn schleife

Wiederholung von Prozessschritten, etwa wenn ein erster Durchlauf fehlerhaft oder unvollständig war und nachgearbeitet werden muss. Schleifen erhöhen die Durchlaufzeit; eine schleifenfreie Gestaltung vermeidet Wiederholungen, indem alle nötigen Daten bereits beim ersten Durchlauf vollständig erfasst werden.

Eine Schleife entsteht, wenn Teilschritte eines Prozesses wiederholt werden müssen, beispielsweise weil Daten unvollständig erfasst wurden und nachträglich korrigiert werden. In BPMN lassen sich Wiederholungen über Schleifenaktivitäten oder über zurückführende Sequenzflüsse mit einem Gateway abbilden.

Gadatsch nennt die schleifenfreie Gestaltung als Gestaltungsprinzip: Wer alle relevanten Daten bereits beim ersten Durchlauf vollständig erfasst und plausibilisiert, vermeidet spätere Korrekturschleifen und verkürzt so die Durchlaufzeit.

Wie sieht eine Korrekturschleife in BPMN aus?

Eine Schleife wird durch zwei exklusive Gateways dargestellt, eine Zusammenführung vor der ersten Aufgabe und eine Verzweigung nach der Prüfung; kennzeichnend ist, dass die Zusammenführung im Ablauf vor der Verzweigung liegt (Weske 2024, S. 231). Weskes Beispiel: Ein Dokument wird vorbereitet und geprüft; braucht es Nacharbeit, läuft der Prozess zurück, sonst wird das Dokument archiviert.

BPMN erlaubt auch die Kurzform ohne zusammenführendes Gateway, bei der die Rücksprungkante direkt in die erste Aufgabe mündet, weil Aufgaben mit mehreren Eingängen als Zusammenführung wirken. Die Ausführung ist identisch, das explizite Gateway macht die Schleife aber sichtbarer.

Woran erkennt man eine vermeidbare Korrekturschleife?

An ihrer Ursache. Gewollte Schleifen wiederholen einen Schritt, weil das Ergebnis reifen muss, etwa bei Entwürfen. Vermeidbare Schleifen entstehen, weil eine frühere Stelle unvollständig oder fehlerhaft gearbeitet hat: fehlende Angaben im Antrag, falsche Stammdaten, unklare Zuständigkeit. Sie kosten Durchlaufzeit und Motivation, ohne Wert zu schaffen.

Ein einfacher Test im Workshop: Was müsste beim ersten Durchlauf anders sein, damit die Prüfung immer positiv ausfällt? Die Antwort ist meist eine Plausibilitätsprüfung oder ein Pflichtfeld an der Stelle, an der die Daten entstehen.

Welche Regeln helfen beim Modellieren von Schleifen?

Zwei Regeln der Modellierungsrichtlinien greifen hier. Modelle sollen so strukturiert wie möglich sein, jede Verzweigung also durch eine Zusammenführung desselben Typs geschlossen werden; eine Schleife aus zwei XOR-Gateways erfüllt das.

Außerdem sind Aktivitäten mit mehreren Aus- oder Eingängen zu vermeiden, weil sie Endlosschleifen erzeugen können, wie Weske an einem Beispiel zeigt, in dem beide Ausgänge einer Prüfaufgabe bei jeder Iteration ausgelöst werden (Weske 2024, S. 232; Mendling et al. 2010). Für die Rücksprungkante gilt: unterhalb des Hauptpfads führen und mit der Bedingung beschriften, etwa „Nacharbeit nötig“.

Häufige Fragen zu Korrekturschleife (Schleife)

Wie modelliert man eine Schleife in BPMN korrekt?
Mit einem XOR-Gateway nach der Prüfung, dessen Nein-Kante zurück zur ersten Aufgabe der Schleife führt. Sauber ist ein zweites XOR-Gateway als Zusammenführung vor dieser Aufgabe.
Ist jede Schleife ein Problem?
Nein. Fachlich gewollte Wiederholungen wie Iterationen in der Entwicklung sind in Ordnung. Ein Problem sind Schleifen, die aus unvollständigen oder fehlerhaften Eingaben entstehen und Durchlaufzeit kosten.

Quellen

  • Gadatsch, A. (2025): Grundkurs Geschäftsprozess-Management, 11. Aufl., Springer Vieweg, S. 50
  • Weske, M. (2024): Business Process Management. Concepts, Languages, Architectures, 4. Aufl., Springer, S. 231 f.
  • Mendling, J. / Reijers, H. A. / van der Aalst, W. M. P. (2010): Seven Process Modeling Guidelines (7PMG), Information and Software Technology 52(2)

Autor: Jordanis Kleinöder Stafidis, Gründer und Geschäftsführer der Procevia GmbH · Aktualisiert am

Siehe auch: Aktivität , Subprozess , BPMN

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