Nachrichtenfluss

BPMN

Auch: Message Flow

BPMN-Element, grafisch als gestrichelter Pfeil, das die Kommunikation zwischen verschiedenen Pools darstellt. Ein Nachrichtenfluss verbindet Elemente in unterschiedlichen Pools und zeigt an, dass Nachrichten (Daten, Dokumente, Signale) zwischen den beteiligten Prozessen ausgetauscht werden.

Die Unterscheidung zwischen Kontrollfluss (Sequenzfluss innerhalb eines Pools) und Nachrichtenfluss (zwischen Pools) ist ein zentrales Alleinstellungsmerkmal der BPMN im Vergleich zu anderen Modellierungssprachen.

Diese Trennung erlaubt es, zusammenhängende Prozesse darzustellen und zugleich das Zusammenspiel bei Überschreitung von Organisationsgrenzen zu modellieren, zum Beispiel Kunde-Lieferant-Beziehungen oder Interaktionen zwischen Fachabteilung und IT-System.

Was genau überträgt ein Nachrichtenfluss?

Ein Nachrichtenfluss zeigt den Austausch von Nachrichten zwischen zwei Beteiligten, die bereit sind, sie zu senden und zu empfangen, und er muss zwei getrennte Pools verbinden (OMG 2014, S. 119). Eine Nachricht kann alles sein, was die Grenze zwischen Organisationen überschreitet: eine Bestellung, eine Rechnung, ein Anruf, ein Paket.

Der Nachrichtenfluss sagt nichts über die Reihenfolge innerhalb eines Pools aus. Er dokumentiert nur, dass an dieser Stelle Information oder ein Objekt den eigenen Verantwortungsbereich verlässt oder betritt. Deshalb lässt sich an den Nachrichtenflüssen eines Diagramms direkt ablesen, welche Schnittstellen ein Prozess nach außen hat.

Wie hängen Nachrichtenflüsse mit Nachrichtenereignissen zusammen?

Ein Nachrichtenfluss beginnt an einem sendenden und endet an einem empfangenden Element. Sender können werfende Nachrichtenereignisse oder Sendeaufgaben sein, Empfänger fangende Nachrichtenereignisse, Empfangsaufgaben oder ein Nachrichten-Start-Ereignis, das den Prozess im anderen Pool auslöst (Weske 2024, S. 222 f.).

Ein typisches Muster: Der Kunde sendet eine Anfrage (werfendes Ereignis), der Pool des Unternehmens startet mit einem Nachrichten-Start-Ereignis, verarbeitet die Anfrage und antwortet mit einem werfenden End-Ereignis. Der Kunde wartet währenddessen an einem fangenden Zwischenereignis. So wird sichtbar, wer wann auf wen wartet.

Muss der Prozess des anderen Pools modelliert werden?

Nein. Ein Pool darf leer bleiben, wenn nur die Schnittstelle interessiert und nicht der interne Ablauf des Partners; die Spezifikation verlangt nicht, dass ein Pool einen Prozess enthält (OMG 2014, S. 111). Für ein Unternehmen, das seinen Angebotsprozess dokumentiert, reicht ein leerer Pool „Kunde“, an dem die Nachrichtenflüsse andocken. Erst wenn beide Seiten aufeinander abgestimmt werden sollen, etwa bei einer Vereinbarung mit einem Lieferanten, lohnt es sich, beide Pools auszumodellieren.

Häufige Fragen zu Nachrichtenfluss

Kann ein Nachrichtenfluss innerhalb eines Pools verlaufen?
Nein. Die Spezifikation verlangt, dass ein Nachrichtenfluss zwei verschiedene Pools verbindet. Innerhalb eines Pools wird die Reihenfolge ausschließlich über Sequenzflüsse dargestellt.
Wo darf ein Nachrichtenfluss andocken?
Entweder am Rand des Pools oder direkt an einer Aufgabe oder einem Nachrichtenereignis im Pool. Der Andockpunkt zeigt, welcher Schritt die Nachricht sendet oder empfängt.

Quellen

  • Gadatsch, A. (2025): Grundkurs Geschäftsprozess-Management, 11. Aufl., Springer Vieweg, S. 157, 160
  • Allweyer, T. (2015): BPMN 2.0, 3. Aufl., Norderstedt, S. 51
  • OMG (2014): Business Process Model and Notation (BPMN), Version 2.0.2, Object Management Group, S. 119
  • Weske, M. (2024): Business Process Management. Concepts, Languages, Architectures, 4. Aufl., Springer, S. 213 f., 222 f.

Autor: Jordanis Kleinöder Stafidis, Gründer und Geschäftsführer der Procevia GmbH · Aktualisiert am

Siehe auch: Sequenzfluss , Pool , BPMN

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