Steuerungsprozess
ProzessAuch: Führungsprozess , Managementprozess
Prozess, der das Zusammenspiel aller Geschäftsprozesse aktiv eingreifend regelt. Steuerungsprozesse sind die unternehmerische Klammer über leistungserstellende und unterstützende Prozesse und sorgen für eine zielorientierte Struktur des Prozessgefüges.
Typische Beispiele für Steuerungsprozesse sind Strategieentwicklung, Controlling, Produktplanung und Personalsteuerung.
Die Abgrenzung zu Unterstützungsprozessen fällt nicht immer einfach. Die zentrale Frage bei der Einordnung ist, ob ein Prozess andere Prozesse in ihrer Struktur oder auch Existenz beeinflusst. Wenn ja, handelt es sich um einen Steuerungsprozess.
Was leisten Steuerungsprozesse?
Steuerungsprozesse verantworten das integrative Zusammenspiel der Geschäftsprozesse, etwa Strategieentwicklung, Unternehmensplanung und operatives Führen; Gadatsch nennt sie die unternehmerische Klammer für leistungserstellende und unterstützende Prozesse (Gadatsch 2025, S. 116). Dumas und Kollegen beschreiben Managementprozesse als jene, die Richtung, Regeln und Praktiken für Kern- und Unterstützungsprozesse vorgeben, darunter strategische Planung, Budgetierung, Compliance und Risikomanagement (Dumas et al. 2018, S. 41).
Ein Steuerungsprozess erzeugt also keine Leistung für den Kunden, sondern Vorgaben für andere Prozesse: Ziele, Budgets, Regeln, Prioritäten. Sein Ergebnis ist ein Beschluss, kein Produkt, und sein Erfolg zeigt sich erst daran, ob die Kernprozesse die gesetzten Ziele erreichen.
Wie grenzt man Steuerung von Unterstützung ab?
Die Abgrenzung fällt in der Praxis nicht immer leicht. Die Leitfrage lautet, ob ein Prozess andere Prozesse in ihrer Struktur oder Existenz beeinflusst. Die Unternehmensplanung entscheidet, welche Produkte es künftig gibt, und ist damit Steuerung. Die Buchhaltung verarbeitet, was die Kernprozesse erzeugen, und ist Unterstützung.
Ein zweiter Prüfstein ist die Richtung des Informationsflusses. Steuerungsprozesse geben Vorgaben nach unten und erhalten Kennzahlen nach oben. Unterstützungsprozesse liefern Leistungen seitwärts an die Kernprozesse.
Welche Steuerungsprozesse braucht ein mittelständisches Unternehmen?
Für ein Unternehmen mit 50 bis 200 Beschäftigten reichen meist vier: Strategie und Jahresplanung, Budget und Controlling, Qualitäts- und Risikomanagement sowie Personalsteuerung. Gadatsch nennt als typische Beispiele Strategieentwicklung, Controlling, Produktplanung und Personalsteuerung (Gadatsch 2025, S. 13). Wichtig ist weniger die Zahl als die Verbindlichkeit: Ein Steuerungsprozess, der Ziele setzt, braucht einen Rückkanal, über den die Kennzahlen der Kernprozesse zurückfließen. Ohne diesen Kreislauf bleibt die Landkarte ein Bild, aber kein Managementsystem.
Häufige Fragen zu Steuerungsprozess
- Ist ein Steuerungsprozess dasselbe wie ein Führungsprozess?
- Ja. Steuerungs-, Führungs- und Managementprozess bezeichnen dieselbe Kategorie. Gemeint sind Prozesse, die Richtung, Regeln und Ressourcen für die übrigen Prozesse vorgeben.
- Gehört das Qualitätsmanagement zu den Steuerungsprozessen?
- Das Qualitätsmanagementsystem als Ganzes ja, weil es Regeln für alle anderen Prozesse setzt. Einzelne QM-Tätigkeiten wie die Prüfung eines Produkts gehören dagegen in den jeweiligen Kernprozess.
Quellen
- Gadatsch, A. (2025): Grundkurs Geschäftsprozess-Management, 11. Aufl., Springer Vieweg, S. 13
- Gadatsch, A. (2025): Grundkurs Geschäftsprozess-Management, 11. Aufl., Springer Vieweg, S. 116
- Dumas, M. / La Rosa, M. / Mendling, J. / Reijers, H. A. (2018): Fundamentals of Business Process Management, 2. Aufl., Springer, S. 41
Autor: Jordanis Kleinöder Stafidis, Gründer und Geschäftsführer der Procevia GmbH · Aktualisiert am
Siehe auch: Kernprozess , Unterstützungsprozess